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Arbeit sucht Einkommen PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 14. Juni 2009 um 13:58 Uhr

Im März 2007 grübelte ich über meine eigene finanzielle Situation, Projektarbeit und das Verhältnis von Arbeit und Einkommen. Damals war ich im engen Gespräch mit Florian Lück, der wenige Wochen zuvor mit der Initiative „Arbeit sucht Einkommen“ startete. In dieser Zeit ist folgender Text entstanden:

Es gibt unmengen Arbeit!

Insbesondere im sozialen Sektor, der Jugendarbeit, der Betreuung von alten Menschen, dem freien Schulwesen usw. kann es gar nicht genügend arbeitende Menschen geben.

Nicht die viel gescholtene Arbeitslosigkeit ist deshalb das Übel, mit dem es sich auseinander zu setzen gilt. Die gesellschaftliche Herausforderung der kommenden Jahre liegt in der Frage, wie ermöglicht werden kann, dass sich Menschen den genannten Arbeiten widmen können.

"Arbeit sucht Einkommen!" heißt Florian Lücks Plattform-Initiative. Er bringt Menschen zusammen, die sehr wohl eine Arbeit haben, jedoch nicht aus der Arbeit heraus bezahlt werden. Er zeigt auf, wie Menschen ermöglicht werden kann, sich der Arbeit zu widmen, die sie als Aufgabe sehen.

Florian Lücks Initiative „Arbeit sucht Einkommen“ lädt jeden ein, Schenker zu werden und damit Menschen frei zu stellen.

Mag der Gedanke, Menschen einfach so Geld zu geben, „damit sie machen was sie wollen“, aus der Perspektive der Gesellschaft in der wir leben seltsam, abwegig, ja verrückt erscheinen, tritt die Attraktivität des Gedankens zu Tage, wenn wir ihn nicht aus der Perspektive der Gesellschaft in der wir leben, sondern aus jener in der wir zu leben wünschen, anschauen.

Sei hierzu eingeladen!


Mittlerweile sind mehr als zwei Jahre vergangen. Die Initiative „Arbeit sucht Einkommen“ besteht weiter. Tatsächlich bildet sie heute eine Grundlage dafür, dass drei Menschen sich ihrer Arbeit zuwenden können. Friedel Reinhardt, Florian Lück und Maria Veron haben zwischen 2004 und 2007 mit der Initiative captura – Schule Zukunft Mensch in Witten/Annen gearbeitet und gestalten seit dem einen Arbeits- und Lebensraum in Hugoldsdorf in Nordvorpommern. Alle drei werden durch je einen Unterstützerkreise getragen, der die finanzielle Grundlage für ihre Arbeit bereitet. „Aktuell  schaffen so ca. 40 Menschen drei „Arbeitsplätze“ im Kulturbereich …“ heißt es im neuen Newsletter von Captura. Die Einkommenssituation der drei sieht heute so aus: Friedel baut auf 499,- €, Maria auf 549,- € und Florian auf 579,- €

Darauf bauen ist ein gutes Stichwort. Nur wer Einkommen hat, kann überhaupt erst arbeiten. So einfach und grundlegend ist das. Nur wer Einkommen hat, kann sich mit seinen Fähigkeiten und Potentialen entfalten. Friedel Reinhardt, Florian Lück und Maria Veron haben ein kleines, persönliches Grundeinkommen. Sie sind der Gesellschaft einige Schritte voraus. Bis das Grundeinkommen gesellschaftlich Fuß gefasst hat, sollten wir die drei direkt unterstützen.


Neben der inhaltlich dichten wir ästhetisch hochwertigen Website www.captura-online.de, kann ich den captura-Film sehr empfehlen.

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